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Was ist die beste Altersvorsorge für Frauen in Deutschland?

Erstellt von Christina Schröders am 9. Juni 2022

Warum es gerade für Frauen wichtig ist, privat für das Alter vorzusorgen?

Die Statistiken belegen es eindeutig: Frauen sind häufiger von Altersarmut betroffen und sie unterliegen auch einem deutlich höheren Risiko im Alter den gewohnten Lebensstandard nicht mir finanzieren zu können.

Laut Daten der Deutschen Rentenversicherung bezogen Frauen 2018 eine durchschnittliche gesetzliche Altersrente in Höhe von monatlich 711 Euro, während Männer im Durchschnitt 1.148 Euro erhielten. Demnach erhält eine Frau im Schnitt knapp 40 Prozent weniger gesetzliche Rente als ein Mann.

 

Die Gründe für die geringere gesetzliche Rentenhöhe bei Frauen sind vielschichtig:

 

  • Frauen verdienen durchschnittlich weniger als Männer. Unter anderem, weil sie in schlechter bezahlten Berufen arbeiten, aber auch weil viele Frauen trotz gleichem Job weiterhin weniger Gehalt bekommen als Männer – Stichwort: Gender-Pension-Gap
  • Frauen sammeln weniger Versicherungsjahre, weil sie einen Großteil der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen übernehmen
  • Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit oder gar nicht mehr, vor allem nach der Familiengründung

Die individuellen Rentenansprüche resultieren aus den vorher getätigten Einzahlungen. Anders ausgedrückt: Je weniger man verdient bzw. in die Rentenkasse einzahlt, desto geringer ist der Rentenanspruch.

Die Folge: Laut Bertelsmann Stiftung wird in 15 Jahren jede dritte alleinstehende Neurentnerin auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen sein.

 

Besonders wichtig: Mütter und Altersvorsorge

Die typischen Karriereverläufe weisen für Frauen nach wie vor einen Knick auf, sobald eine Familie gegründet wird. Wenn es um Kindererziehung und Haushalt geht, übernehmen Frauen dann mehr (unbezahlte) Arbeit. Entweder sie wechseln für mehrere Jahre in eine Teilzeitbeschäftigung oder steigen komplett aus dem Berufsleben aus.

Im Rahmen der sogenannten Mütterrente werden zwar gewisse Kindererziehungszeiten als  Entgeltpunkte (Rentenpunkte) auf ihrem Rentenkonto gutgeschrieben, dennoch decken diese häufig nur einen Teil der Rentenansprüche, die man mit einer Erwerbstätigkeit erreichen würde. Der Mütterausgleich entspricht im Osten Deutschlands einem Wert von 15,95 Euro im Monat und im Westen 16,53 Euro.

Auch der für den Fall einer Scheidung vorgesehene Versorgungsausgleich bedeutet ebenfalls einen Abstrich gegenüber den Rentenansprüchen aus einer Vollzeitarbeit – und ersetzt sie nur teilweise. Der Versorgungsausgleich funktioniert so, dass jeder Rentenanspruch (Rentenpunkte), der während der Ehe entstanden ist, addiert und hälftig an die Ehepartner ausgeschüttet wird. Eine Frau (oder ein Mann), die gar nicht oder nur wenig gearbeitet haben, erhalten zumindest einen Teil der Rentenzahlungen ihres Ex-Partners.  Wie hoch der Versorgungsausgleich ausfällt hängt nicht nur vom Einkommen des „Versorgers“ ab, sondern auch wie lange die Ehe dauerte.

Auch die Witwenrente, die im Todesfall ausgezahlt wird, reicht im Normalfall nicht aus, um die Versorgung der Hinterbliebene im Alter vollständig zu decken.

 

Weiblich, berufstätig, finanziell vorgesorgt?: Die Möglichkeiten der Altersvorsorge

Nicht nur im Hinblick auf die zukünftige Rentenhöhe ist es zeitgemäß, sich mit dem Partner die Kindererziehungszeiten gleichmäßiger aufzuteilen. Für eine auskömmliche Rente ist es außerdem wichtig, möglichst keine Versicherungslücken entstehen zu lassen und möglichst frühzeitig auch eine Altersvorsorge aufzubauen sowie auf verschiedene Säulen der Altersvorsorge zu setzen.

Gesetzliche Rentenversicherung als Basis

Dass die gesetzliche Rente nicht allein ausreicht, um den eigenen Lebensabend zu bestreiten, ist gewiss. Selbst ein gut bezahlter Vollzeitjob mit kurzen Erziehungspausen genügt nicht immer, um für eine gute Rente zu sorgen. Absehbar ist, dass in den kommenden Jahrzehnten die Höhe der staatlichen Rente im Vergleich zum Nettogehalt weiter sinken wird. Laut Rentenversicherungsbericht 2021 der Bundesregierung wird das Rentenniveau von aktuell 49,4 Prozent (Jahr 2021) auf 45,8 Prozent (Jahr 2035) sinken. Tendenz weiter fallend. Angesichts dessen ist es ratsam, die gesetzliche Rentenversicherung nur als eine Säule der Altersvorsorge zu verstehen und ergänzend privat für das Alter vorzusorgen.

 

Staatliche Zulagen der privaten Riester-Rente nutzen

Sie zählt mit Abstand zur beliebtesten Form der privaten Altersversorgung für Frauen: Die Riester-Rente. Etwa 6 Millionen bzw. über 65 Prozent der Frauen haben eine Riester-Rente abgeschlossen. Rund 20 Prozent der Frauen verfügen über eine Risikolebensversicherung sowie jeweils knapp 8 Prozent über eine Rürup-Rente (für Selbstständige) oder private Lebensversicherung.

Die Riester ist vergleichsweise zwar nicht besonders „ertragsreich“, aber sie ist ein solider Baustein der Altersvorsorge für Frauen. Grund dafür ist, dass diese Form der staatlichen Förderung sich insbesondere dann lohnt, wenn man Kinder hat: Zusätzlich zur Grundzulage in Höhe von 175 Euro.

Erhält man pro Kind jährlich eine Zulage in Höhe von 300 Euro (bzw. 185 Euro für Kinder, die bis Ende 2007 geboren wurden) Euro.

Die Riester-Rente ist auch für fast alle offen, die wenig oder gar nichts verdienen (mittelbar zulagenberechtigt). Schon ab 60 Euro pro Jahr erhält man die volle staatliche Förderung. Die Riester-Beiträge können außerdem steuerlich geltend gemacht werden und flexibel an wechselnde Lebenssituationen und Einkommen angepasst werden.

 

Betriebliche Altersversorgung für Frauen

Was für Männer gilt, gilt hier selbstverständlich auch für Frauen. Angestellte, die in einem stabilen und langjährigen Arbeitsverhältnis stehen, sollten eine betriebliche Altersvorsorge in Anspruch nehmen. Bei diesem Angebot vom Arbeitgeber werden die eigenen Beiträge zu dieser privaten Altersvorsorge aus dem Bruttoeinkommen gezahlt und man spart Sozialversicherungsbeiträge und Steuern.

 

Fazit

Die gesetzliche Rente, aber auch Absicherungsmechanismen wie die Mütterrente, der Versorgungsausgleich und die Witwenrente reichen für zukünftige Rentnerinnen allein nicht aus, um den Lebensstandard zu sichern. Diese Versorgungslücke wird bei Frauen noch verschärft, weil sie mit den oft geringeren Versicherungsjahren eine höhere Lebenserwartung haben. Um sorgenfrei in die Zukunft blicken zu können, sollten Frauen ihre Altersvorsorge daher auf verschiedene Säulen verteilen.

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